Präzisionsarbeit in Rekordzeit

3D-Baggersteuerung im Deponie-Einsatz

Für einen der größten Photovoltaik-Parks in Baden Württemberg leistete ein GPS-Bagger der Firma Schrode hocheffiziente Akkordarbeit: Im Laufe von nicht einmal 6 Monaten versetzte er rund 3000 Betonfundamente auf einer rekultivierten Hausmülldeponie bei Ulm in sauber gefluchteten Reihen. Die darauf platzierten Photovoltaikmodule sollen künftig 6,5 MW Leistung bringen und jährlich rund 6,9 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Dank Einsatz der innovativen 3D-Technik von der Firma MTS konnte das Hayinger Tiefbauunternehmen die Bauzeit für die rund 9 ha große Baustelle um über 7 Prozent reduzieren.

Die Baustelle hat uns vor einige Herausforderungen gestellt“, erzählt Wolfgang Schmid, Bauleiter der Hayinger Tiefbaufirma. So ließ die flächendeckende Versiegelung mittels Kunststoffabdichtung und das darüber liegende Netz aus Gasleitungen von vornherein das sonst übliche Rammen von Trägerprofilen nicht zu. Anstelle dessen sollten Betonfundamente als Träger für die Photovoltaikmodule dienen. Der Boden wurde zu diesem Zweck im Massenausgleich ausgetragen. „So wenig wie möglich Abfuhr wie möglich lautete das erste Ziel“, so Schmid weiter. „Außerdem sollten die Module in sauber angeordneten Reihen liegen.“

Satellitennavigation erlaubt zentimetergenaues Arbeiten

Eine weitere Anforderung: Die Deponie hat lediglich eine Baustraße und erlaubt ansonsten nur den Einsatz von Raupenbaggern. Als Lösung hatte Schmid anfangs einen Kranstellplatz in Erwägung gezogen, doch der rutschige Boden, die viel zu hohen Punktlasten auf der dünnen Rekultivierungsschicht und das Problem mit der Absteckung von 6000 Eckpfosten ließen ihn von der Idee Abstand nehmen. Anstelle dessen ließ er seinen GPS-Raupenbagger anrücken. Das sparte Schmid dank digitalem Geländemodell sämtliche Absteckarbeiten und erlaubte seinem Geräteführer trotzdem ein zentimetergenaues Arbeiten.

Da die geringen Aushubmengen den Baggerlöffel nie ganz füllten, ging es bei dieser Baustelle nicht um die übliche Kubikmeterleistung, sondern um maximale Geschwindigkeit und exakte Positionierung. „Unser Geräteführer musste in möglichst kurzer Zeit eine horizontale Fläche an genau der richtigen Stelle setzen“, bringt Schmid die Anforderung auf den Punkt. Ein speziell für diesen Zweck aufbereitetes digitales Geländemodell ließ ihn die Aufgabe in Rekordzeit meistern: Unterm Strich sparte er damit pro Modul etwa 2,5 Minuten – insgesamt also rund 125 Stunden. „Vor dem Hintergrund des strammen Zeitplans, den die Förderrichtlinien steckten, war diese Zeitersparnis absolute Vorgabe“, erinnert sich der Hayinger rückblickend und resümiert abschließend: „Die vielen speziellen Anforderungen dieser Baustelle hätten wir ohne 3D-Baggersteuerung in dieser Form nie meistern können.“

3D-Baggersteuerung ist den Kinderschuhen längst entwachsen

Spannend findet Schmid, dass die Deponie schon in ihren Kindertagen als Testfeld für 3D-Baggersteuerungen diente und somit viele Kinderkrankheit der neuen Technik mit durchgemacht hat. „Mittlerweile sind die aber längst überwunden“, weiß Fritz Mammel von den Entsorgungs-Betrieben der Stadt Ulm. Er leitet für die Rekultivierungsmaßnahmen die Bauaufsicht auf der Egginger Deponie und setzt aufgrund der positiven Erfahrungen mit den digitalen Co-Piloten auch bei anderen Baumaßnahmen immer öfter auf die Satellitennavigation.

Florian Bayer und Gerald Raach von Bayer & Raach loben aus Auftraggebersicht vor allem die pünktliche Fertigstellung: „Dank der hervorragenden technischen Lösung der Firma Schrode konnten wir die Freiflächenanlage dem Investor termingerecht zum 30.06.2010 übergeben.“

Mehr Infos unter www.3d-baggersteuerung.de

 << zurück